Chronik der HafenCity

Überblick: Die Entstehung eines neuen Stadtteils

19. Februar 2007

Das Dresdner Büro Code Unique Architekten gewinnt den Realisierungswettbewerb für den im Elbtorquartier am Baakenhafen geplanten Neubau der HafenCity Universität (ca. 1500 Studenten). Die HCU vereint die Studiengänge Architektur, Bauingenieurswesen, Geomatik und Stadtplanung unter einem Dach und verankert somit Forschung und Wissensökonomie in der HafenCity. Die HCU war am 01. Januar 2006 als Universität für Baukunst und Raumentwicklung von der Freien und Hansestadt Hamburg gegründet worden.

28. Februar 2007

Einstimmig beschließt die Hamburgische Bürgerschaft den Bau der Elbphilharmonie auf dem Kaispeicher A.

04. April 2007

Im Kaispeicher A wird der Grundstein für das Konzerthaus Elbphilharmonie mit integrierter Hotel- und Wohnnutzung gelegt. Der Entwurf für das Konzerthaus stammt vom Architekturbüro Herzog & de Meuron aus Basel. In einem ersten Bauschritt wird der Kaispeicher A entkernt, wobei die Fassaden erhalten bleiben. Anschließend entsteht der spektakuläre Aufbau mit seiner gläsernen Fassade. Im gläsernen Neubau entstehen zwei große Konzertsäle für 2.150 bzw. 550 Besucher; zudem wird der weltweit einmalige architektonische Hybrid um ein Fünf-Sterne-Hotel und 47 Wohnungen ergänzt. In 37 m Höhe bietet die Elbphilharmonie eine öffentlich zugängliche Plaza mit einzigartigen Ausblicken über die HafenCity und den Hafen. Mit 97.300 qm BGF ist das Konzerthaus das größte Einzelgebäude in der HafenCity. Die Bauzeit wird zunächst mit drei Jahren veranschlagt, tatsächlich werden die Arbeiten aber fünf Jahre andauern. Auch die Kosten, die 2007 noch mit 114 Millionen Euro für die öffentliche Hand beziffert werden, erhöhen sich in den nächsten Jahren erheblich.

30. Mai 2007

Der Hamburger Senat beschließt den Bau einer Grundschule in der HafenCity. Die am Sandtorpark geplante dreizügige Grundschule umfasst neben einer Sporthalle auch eine Kindertagesstätte sowie einen Hort. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren realisiert der private Investor Otto Wulff Bauunternehmung GmbH & Co. KG das Vorhaben als erstes Hamburger Schulprojekt in Public Private Partnership (PPP). Den Entwurf für das Gebäude hatten die Architekten Spengler + Wiescholek vorgelegt.

18. Juni 2007

Die Kulturbehörde, die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie die HafenCity Hamburg GmbH laden gemeinsam zu einem ganztägigen Kolloquium zur Gestaltung des ehemaligen Standorts des Hannoverschen Bahnhofs im Lohsepark als einem würdigen Gedenkort. Von dem bis 1906 wichtigsten Bahnhof der Hansestadt waren während des Zweiten Weltkriegs mindestens 7.692 Menschen, vor allem Juden, Sinti und Roma, in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert worden.

24. August 2007

Für die neue U-Bahnlinie U4 erfolgt der erste symbolische Spatenstich. Die vier Kilometer lange Strecke wird täglich rund 35.000 Fahrgäste befördern. Sie verbindet die HafenCity mit Jungfernstieg und Hauptbahnhof. In der Hafencity werden zwei Haltestellen gebaut: Überseequartier und HafenCity Universität. Im Frühjahr 2012 soll die U4 ihren Betrieb aufnehmen. Bei ihrer Eröffnung wird die U4 von der HafenCity über den Hauptbahnhof bis Billstedt fahren. Bauherrin ist die Hamburger Hochbahn. Die Kosten belaufen sich auf 323,6 Millionen Euro (Stand 2009); wegen der Wirtschaftlichkeit wird nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) ein Bundeszuschuss in Höhe von 128,2 Millionen Euro gewährleistet.

07. September 2007

Mit den Marco-Polo-Terrassen, dem Vasco-da-Gama-Platz und der Dalmannkaipromenade werden weitere zentrale Freiräume in der HafenCity eingeweiht. Zehntausende kommen zum Eröffnungsfest der neuen Wasserplätze und Promenaden auf dem Dalmannkai und am Grasbrookhafen. Eingeweiht werden die rund 6.400 qm großen, mit Grasinseln und Holzdecks einladend gestalteten Marco-Polo-Terrassen, außerdem der Quartiersplatz Vasco-da-Gama-Platz, die Promenade Dalmannkai sowie die Dalmannkaitreppen. Die Entwürfe für sämtliche eingeweihten Freiräume stammen – wie auch die Pläne für die bereits zwei Jahre zuvor eröffneten Magellan-Terrassen – vom Büro EMBT Arquitectes associats aus Barcelona.

12. September 2007

Der Grundstein für die neue Unilever-Zentrale am Strandkai wird gelegt. Für Unilever Deutschland errichtet die Hochtief Projektentwicklung ein Bürohaus für fast 1.200 Mitarbeiter des Konsumgüterkonzerns. In dem siebengeschossigen Gebäude entstehen neben Büros auch öffentliche Flächen, unter anderem für ein Eiscafé, Einzelhandelskonzepte sowie ein Wellnesscenter. Das Zentrum des Gebäudes bildet ein weitläufiges lichtdurchflutetes Atrium. Eine Passage führt Besucher durch das frei zugängliche Erdgeschoss bis zu den öffentlichen Stadträumen an der Elbe. Gleichzeitig wird mit dem Bau des Marco-Polo-Towers begonnen.

24. September 2007

Auf einer Pressekonferenz stellt die HafenCity Hamburg GmbH das Umweltzeichen für Nachhaltigkeit am Bau nach einer Testphase vor. Mit dem neuen deutschlandweit einzigartigen Zertifizierungsverfahren regt die HafenCity Hamburg GmbH ein verstärktes Engagement auch privater Bauherren für Nachhaltigkeitsthemen und Qualitätswettbewerb an. Besondere und außergewöhnliche nachhaltige Leistungen werden künftig mit dem Umweltzeichen HafenCity in Silber oder Gold öffentlichkeitswirksam ausgezeichnet.

26. September 2007

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die HafenCity Hamburg GmbH geben bekannt, dass Greenpeace seine neue Deutschlandzentrale in die HafenCity verlagert. Greenpeace zieht - wie der designport hamburg - in ein mäandrierendes Gebäudeensemble am Ufer des Magdeburger Hafens, in dem auch ca. 100 Wohnungen entstehen.

26. September 2007

Mit der Grundsteinlegung beginnen die Bauarbeiten im nördlichen Teilabschnitt des Überseequartiers. In einem ersten Bauschritt wird zunächst der nördliche Abschnitt zwischen St. Annen und der Überseeallee entwickelt; fertiggestellt wird er bis Sommer 2011. Im Südteil des Überseequartiers entsteht vor Beginn der Hochbaumaßnahmen erst die U-Bahn-Haltestelle Überseequartier. Insgesamt werden 16 Gebäude mit insgesamt rund 275.000 qm BGF auf den 7,9 ha des Überseequartiers realisiert. Die Fertigstellung des Südteils ist für 2013/2014 geplant.

November 2007

Das erste Buch über ein Teilquartier der HafenCity erscheint: "Der Sandtorkai" vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Sandtorkais durchgängig in Deutsch und Englisch. Mit dem Buch erscheint der erste Band einer Reihe, die den Baufortschritt der HafenCity mit Darstellungen der einzelnen Quartiere begleitet.

21. Januar 2008

Rem Koolhaas und sein Office for Metropolitan Architecture stellen einen vollkommen überarbeiteten Entwurf für das Science Center im Überseequartier vor. Das markante Gebäude des Science Centers wird aus containerförmigen Elementen in der Gestalt eines großen O geplant. Damit öffnet es sich sinnbildlich sowohl zum Hafen als auch zur Stadt. Direkt am Elbufer gelegen, stellt das Science Center ein weithin sichtbares architektonisches und kulturelles Leuchtturmprojekt dar. Planung und Realisierung des komplexen Vorhabens werden noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

06. März 2008

Unter dem Titel "Planning Urbanity: Life, Work, Space in the New Downtown" findet ein international hochkarätig besetztes Symposium in der HafenCity statt; im Mittelpunkt steht die Frage der Planbarkeit von Urbanität.

Mai 2008

Die gesamte westliche HafenCity ist, bis auf wenige kleine Randbereiche am Strandkai, hochwassersicher über die Hauptverkehrsstraßen und Anliegerstraßen erschlossen. Die Straßen liegen auf mindestens 7,50 m über Normalnull, die Gebäudezugänge durchweg bei 8 m über Normalnull. Damit liegt die HafenCity auf hochwassersicherem Niveau und muss auch bei Sturmfluten nicht geräumt werden.

Preise & Auszeichnungen

Dezember 2005

Das Gebäude Am Sandtorkai 54 von Jan Störmer Architekten erhält den 1. Preisrang des BDA Hamburger Architekturpreises 2005.

Oktober 2007

Die Shanghaibrücke (Architekt: Dietmar Feichtinger; Ingenieure: WTM Engineers; Bauherr: Sondervermögen Stadt und Hafen / HafenCity Hamburg GmbH), die über dem Brooktorhafen verläuft, wird vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg e.V. (AIV) als "Bauwerk des Jahres 2006" ausgezeichnet. In der Urkunde heißt es: "Die Shanghaibrücke trägt den Weg über das Wasser in der Eleganz ausgewogener Proportionen und wird so zum ästhetischen Merkpunkt, zur Landmarke. Fußgänger wie Autofahrer erleben die Brücke als eigenständigen Ort, von dem aus sich das Flair einer mit Fleeten und Kanälen durchzogenen Stadt am Wasser in besonderer Weise erschließt."

Oktober 2008

Die Museumsbrücke über dem Brooktorhafen (Architekt: Dietmar Feichtinger; Ingenieure: WTM Engineers; Bauherr: Sondervermögen Stadt und Hafen / HafenCity Hamburg GmbH) erhält die Auszeichnung "Bauwerk des Jahres 2007" vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg e.V. (AIV). Gleichzeitig erhält das Hamburger Architekturbüro MRLV Markovic Ronai Voss Architekten einen Sonderpreis für den Umbau des Kaispeichers B zum Internationalen Maritimen Museum.

Oktober 2008

Das Jahrbuch "Architektur in Hamburg" zeichnet als "Beste Projekte 1989 - 2008" in der Kategorie Wohnungsbau fünf Gebäude am Sandtorkai aus: "Oceans's End" (Böge Lindner Architekten), "H2O" (Spengler Wiescholek Architekten), "Dock 4" (ASP Schweger Assoziierte Gesamtplanung GmbH), "Harbour Cube" (Prof. Marc-Olivier Mathez) und "Harbour Hall" (APB Architekten Beisert Wilkens Grossmann-Hensel). In der Kategorie "Öffentlicher Raum und Freiraum" wird außerdem die Gestaltung der Sockelbauwerke des Sandtorkais von Behnfeldt Herrmann Franke Landschaftsarchitekten ausgezeichnet.

September 2009

Der elfgeschossige Wohnturm Oval am Kaiserkai wird vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg e.V. (AIV) als "Bauwerk des Jahres 2008" ausgezeichnet. Das Oval wurde von Ingenhoven Architekten entworfen und von Imetas Property entwickelt.

6. Oktober 2009

Die HafenCity Hamburg GmbH erhält den Immobilienmarken-Preis 2009 in der Kategorie "Bestes Marketing einer Wirtschaftsregion".

November 2009

Das Unilever-Gebäude am Strandkai in der HafenCity wird bei den World Architecture Festival Awards in Barcelona als bestes Bürogebäude der Welt ausgezeichnet. Der Bau von Behnisch Architekten überzeugt nicht nur aufgrund seiner optischen und ökologischen Qualitäten, sondern auch durch seinen öffentlichen Charakter: Mit einem frei zugänglichen Atrium öffnet er sich zum Stadtteil hin. Bereits im Juni hatte das Unilever-Gebäude den BEX Award für eine besonders nachhaltige, innovative und effiziente Architektur erhalten.

Dezember 2009

Der Marco-Polo-Tower (Behnisch Architekten) am Strandkai in der HafenCity wird mit dem European Property Award in der Kategorie "Bestes Hochbauprojekt" ausgezeichnet. Eine internationale Jury, bestehend aus Experten der Bereiche Immobilien, Hochbau und Design sowie der Fachpresse und Sponsoren, verleiht dem Marco-Polo-Tower mit fünf Sternen die höchste Auszeichnung dieser Kategorie.

März 2010

Der Marco Polo Tower gewinnt den MIPIM Award 2010 in der Kategorie Residential Developments. Die Auszeichnung unterstreicht die architektonische Qualität des neuen Stadtteils HafenCity. Das Büro Behnisch Architekten aus Stuttgart hatte den ausgeschriebenen Architekturwettbewerb für sich entschieden, realisiert wurde das Projekt von der Projektgesellschaft Marco Polo Tower, einem Konsortium aus HOCHTIEF Projektentwicklung und DC Residential.

November 2010

Das Unilever-Gebäude am Strandkai erhält den 1. Preisrang des BDA Hamburger Architekturpreises 2010. Entworfen hatte das Gebäude Behnisch Architekten, Bauherr ist die Strandkai 1 Projekt GmbH.

Februar 2013

Die HafenCity wurde als eines von lediglich zehn Projekten weltweit für den renommierten "Veronica Rudge Green Prize in Urban Design" nominiert. Der von der Harvard Graduate School of Design organisierte Award wird alle zwei Jahre an herausragende internationale Stadtentwicklungsprojekte vergeben.

Oktober 2013

Der traditionsreiche Architekten und Ingenieurverein Hamburg (AIV) kürt mit dem Ökumenischen Forum HafenCity, Shanghaiallee 12-14, erstmalig ein Gebäude zum Bauwerk des Jahres, für das sich gleich neunzehn Bauherrn zu einer Baugemeinschaft zusammengeschlossen haben.

November 2013

Die Baakenhafenbrücke im Quartier Baakenhafen wurde als eine von drei Brücken der Kategorie "Straßen- und Eisenbahnbrücken" für den Deutschen Brückenbaupreis 2014 nominiert. Die Bundesingenieurkammer und der Verband Beratender Ingenieure in Deutschland würdigen mit der Auszeichnung alle zwei Jahre herausragende Ingenieurleistungen im Brückenbau Deutschlands sowie deren Bedeutung für die Baukultur.

November 2013

Die HafenCity Hamburg GmbH hat einen der bedeutendsten internationalen Awards für den Bereich Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft verliehen bekommen, den "ULI Global Award for Excellence". Er wurde im Rahmen der großen Herbstkonferenz des ULI Urban Land Institutes in Chicago am 8. November 2013 überreicht.

April 2014

Die Baakenhafenbrücke erhält im Rahmen der Tag des Stahl.Architektur-Veranstaltung 2014 eine Auszeichnung bei der Verleihung des Preis des Deutschen Stahlbaues.