Konzepte

Stadt des 21. Jahrhunderts

Das Umweltzeichen HafenCity in Gold und Silber

Bereits vor Baubeginn kann das Umweltzeichen HafenCity vorläufig verliehen werden. Es werden Gebäude ausgezeichnet, bei denen in mindestens drei von fünf Kategorien besondere oder außergewöhnliche Leistungen erzielt werden. Den Antrag stellt der Bauherr, indem er technische Planungsunterlagen vorlegt, aus denen die besondere oder außergewöhnliche Nachhaltigkeit seines Gebäudes hervorgeht. Nach der positiven Prüfung durch unabhängige Gutachter wird das Projekt vorzertifiziert. So können Projektentwickler und Bauherren schon während der Vermarktungsphase potenzielle Käufer oder Mieter von der Nachhaltigkeit ihrer Wunschimmobilie überzeugen. Ein endgültiges Zertifikat wird erst nach Fertigstellung des Bauvorhabens abschließend verliehen, wenn die Umsetzung der Energiestandards (Pflichtkategorie) dokumentiert werden kann.

Der Zertifizierung liegen fünf Kategorien zugrunde:

• die Reduzierung des im Gebäudebetrieb entstehenden Primärenergiebedarfs weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus

• der nachhaltige Umgang mit öffentlichen Gütern (z. B. durch wassersparende Sanitäranlagen), die effiziente Nutzung öffentlich zugänglicher Flächen oder auch die Familienfreundlichkeit von Hotel- und Einzelhandelsbauten

• der Einsatz umweltschonender Baustoffe, etwa der Verzicht auf halogenhaltige Stoffe, flüchtige Lösungsmittel oder Biozide; honoriert wird die Verwendung zertifizierter Tropenhölzer

• die besondere Berücksichtigung von Gesundheit und Behaglichkeit, etwa der Raumtemperatur, einer allergikergerechten Ausstattung sowie Hall- und Schallschutz, Blendschutz und Luftaustausch in klimatisierten Räumen

• ein nachhaltiger Betrieb des Gebäudes durch geringen Wartungsaufwand bzw. den Einsatz langlebiger Materialien und die durchgehende Barrierefreiheit

Das Umweltzeichen HafenCity erweist sich als großer Erfolg. Innerhalb von wenigen Jahren wurden zahlreiche Projekte nach den strengen Gold-Kriterien zertifiziert, vorzertifiziert oder sind für die Zertifizierung vorgesehen, u. a. die Katharinenschule, die HafenCity Universität, die Elbarkaden am Magdeburger Hafen sowie das Musikerhaus und das Ökumenische Forum an der Shanghaiallee. Im Dezember 2011 wurde das Umweltzeichen HafenCity in Gold erstmals endgültig verliehen. Zertifikatsträger ist das Unilever-Gebäude am Strandkai. Mittlerweile erhielten auch das Gebäude der Spiegel-Verlagsgruppe, das Centurion Commercial Center sowie das NIDUS Loft (als erstes Wohngebäude) endgültig die höchste Nachhaltigkeitszertifizierung der HafenCity. Immer häufiger ist die Einhaltung der strengen Gold-Kriterien bereits Teil der Flächenausschreibungen. Im Quartier Am Lohsepark sollen alle Gebäude auf Grundstücken des Sondervermögens nach dem Gold-Standard entstehen. In den östlichen Quartieren Baakenhafen und Elbbrücken sind diese Kriterien ebenfalls Standard.

Nachhaltiger Brückenbau

Nachhaltigkeit im Bau beschränkt sich in der HafenCity nicht nur auf den Hochbau. Auch die neue Baakenhafenbrücke setzt in ihrem Bereich Maßstäbe, weil sie die Aspekte Architektur, Ingenieurbau und Nachhaltigkeit auf außergewöhnliche Weise zusammenführt. Deutschlandweit wurde sie als eines von lediglich fünf Pilotprojekten unter spezifischen Nachhaltigkeitsaspekten für Ingenieurbauwerke geplant und realisiert. Die Qualitäten wurden mit dem im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen entwickelten Bewertungsverfahren „Nachhaltigkeit von Straßenbrücken im Lebenszyklus“ dokumentiert und folgende Hauptkriterien bewertet: ökologische Qualität (Ressourcenbeanspruchung, Abfallaufkommen), ökonomische Qualität (Lebenzykluskosten), soziokulturelle und funktionale Qualität (Gesundheit, Behaglichkeit, Nutzerzufriedenheit, Funktionalität), technische Qualität sowie die Prozessqualität bei der Bauausführung. Abschließend erhielt die Baakenhafenbrücke die Note „Sehr gut“.

Osaka 9 – der Nachhaltigkeitspavillon

Einen umfassenden Überblick über das Nachhaltigkeitskonzept der HafenCity bietet der NachhaltigkeitsPavillon Osaka 9 an der Uferpromenade des Magdeburger Hafens. Kernthemen der ständigen Ausstellung sind die Konzepte der nachhaltigen Bodennutzung sowie der mischgenutzten Citystruktur, einer energie- und zeitsparenden Mobilitätsstruktur sowie der nachhaltigen Energieversorgung und der nachhaltigen Gebäude. Der Infopavillon ist zudem Ausgangspunkt für Führungen sowie ein beliebter Veranstaltungsort direkt am Wasser.