Leben in der HafenCity: ein neues Gefühl von Stadt

In der HafenCity entstehen intensive Formen innerstädtischen Zusammenlebens: Unterschiedlichste Nutzer und Nutzungen treffen aufeinander und prägen gemeinsam einen ebenso urbanen wie pulsierenden Stadtteil, in dem trotzdem Raum für privatere Nachbarschaften bleibt

Das Foto zeigt den durch Fackeln beleuchteten Traditionsschiffhafen bei Dunkelheit

Zu beiden Seiten des Sandtorhafens sind attraktive, bis in die Nacht belebte Stadträume entstanden. Mit der Pontonanlage des Traditionsschiffhafens befindet sich ein schwimmender Platz sogar inmitten des Hafenbeckens (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Schon wegen ihrer zentralen Lage bietet die HafenCity eine historisch einmalige Chance, indem sie die Fläche der Hamburger Innenstadt um 40 % vergrößert . Allerdings stellt der neue Stadtteil viel mehr dar als nur eine räumliche Innenstadt-Erweiterung: Er wird zum Ausgangspunkt für die Entwicklung einer neuen Urbanität, in der innovative Formen des innerstädtischen Zusammenlebens konzipiert und realisiert werden. Insofern präsentiert sich die HafenCity als Modell für die europäische Stadt des 21. Jahrhunderts.

12.000 Menschen werden nach Fertigstellung des Stadtteils in der HafenCity leben, in der sich zudem täglich 40.000 Beschäftigte und bis zu 80.000 Besucher aufhalten. Es entsteht kein reines Arbeits-, Einkaufs-, Touristen- oder Wohnviertel. Im Interesse einer nachhaltigen Stadtteilentwicklung werden vielfältige Nutzungen auf engem Raum gemischt: Wohnungen finden sich in unmittelbarer Nähe von Büros, Geschäften, Cafés, Restaurants und Bars. Da sich differenzierte Milieus also mischen, wird die HafenCity zum Ort für die Verwirklichung unterschiedlichster Lebens-, Freizeits- und Arbeitsentwürfe.

Ob Singles, junge Familien oder Senioren, ob Empty Nesters oder multilokale Haushalte (beispielsweise von Wochenendpendlern oder Geschäftsleuten mit wechselnden Arbeitsorten): Sie alle finden hier auf ihren Bedarf zugeschnittenen Wohnraum mitsamt der entsprechenden Infrastruktur vor. Der Stadtteil führt Menschen, Milieus, Lebensstile und Interessen zusammen, die sonst möglicherweise niemals aufeinandertreffen würden.

Dies gilt nicht nur für die Bewohner, sondern ebenso für die Beschäftigten. Manche arbeiten in kleinen und mittleren Firmen, andere in großen Zentralen weltweit operierender Unternehmen – für jede Unternehmensgröße entstehen in der HafenCity entsprechende Büroflächen. Schon heute weist der Stadtteil einen breiten Querschnitt verschiedener Branchen auf, wobei die Schwerpunkte bei der Medien-, Logistik-, Finanz-, IT- und Consulting-Branche, aber auch bei der Baubranche liegen.

Ebenso differenziert stellt sich die Besucherstruktur des Viertels dar: Neben Tagesbesuchern aus Metropole und Metropolregion kommen Touristen aus ganz Deutschland und aus aller Welt, unter ihnen auch die Passagiere der am Strandkai und Überseequartier festmachenden Kreuzfahrtschiffe.

Charakteristisch für die HafenCity ist der feinkörnige Mix aus diesen vielfältigen Nutzungen. Selbst innerhalb der einzelnen Quartiere sind sie stets gemischt und oft gilt dies sogar innerhalb einzelner Gebäude. Fast alle Erdgeschossflächen werden in der gesamten HafenCity von Geschäften, Dienstleistern, Restaurants, Cafés oder Bars genutzt, wodurch eine Belebung auch von Quartieren mit vorwiegender Wohn- oder Arbeitsnutzung gewährleistet ist. Gleichzeitig werden selbst in Quartieren mit vorwiegender Arbeits- oder Freizeitnutzung stets auch Wohnungen geplant.

Neben den öffentlich genutzten Erdgeschossen bestehen weitere Begegnungsmöglichkeiten. Öffentliche Stadträume laden mit ihren differenzierten Charakteristika zu verschiedenen Nutzungen ein und zwischen den einzelnen Gebäuden ist privater Grund ebenfalls mit weitgehenden Öffentlichkeitsrechten versehen: Genauso wie die öffentlichen Freiflächen dürfen sie von Fußgängern und Fahrradfahrern überquert werden. Im Überseequartier sind auf privaten Flächen journalistische Arbeit, politische Werbung oder Demonstrationen und Betteln gestattet.

Events sprechen ebenso unterschiedliche Bewohnermilieus an wie die im Stadtteil teils öffentlich, teils privatwirtschaftlich oder von den Bewohnern selbst initiierten kulturellen Angebote. Auch die Elbphilharmonie, Hamburgs neues Wahrzeichen, wird keine exklusive Konzerthalle für ausschließlich klassische Musik werden. Geplant sind darüber hinaus auch Jazz- und Popkonzerte und ein Education-Programm widmet sich vor allem der Jugendarbeit. In 37 m Höhe bietet direkt unter der gläsernen Krone des Konzerthauses eine öffentliche Plaza spektakuläre Ausblicke auf die Stadt, den Stadtteil sowie den Hafen.

Dazu kommen besondere – auch öffentlichkeitswirksame – Konzepte, die teilweise in der HafenCity erstmals realisiert werden: Ein ökumenisches Forum bringt Glaubensangehörige 18 christlicher Konfessionen zusammen; Europas größtes integratives Hotelprojekt schafft Arbeitsplätze und Übernachtungsangebote für Behinderte sowie Nicht-Behinderte; die Themenimmobilie designport hamburg mit dem öffentlichen Designzentrum designxport bündelt das kreative Potenzial der Hamburger Designszene.

Bereits eine Vielzahl von Akteuren begreift die Möglichkeit, mit dem Stadtteil zu interagieren, als große Chance; darunter befinden sich Institutionen wie zum Beispiel die HafenCity Universität und Unternehmen wie der Konsumgüterkonzern Unilever oder die SPIEGEL-Gruppe. Die Erdgeschosse ihrer Gebäude machen diese Unternehmen und Institutionen der Öffentlichkeit zugänglich und treten – beispielsweise durch Ausstellungen oder Vorträge, Cafés oder Ladengeschäfte – in einen offenen Dialog mit ihrem Standort.

Den Bewohnern stehen zusätzlich zu den zahlreichen öffentlichen Treffpunkten auch noch eigene Angebote zur Verfügung: Viele der Wohngebäude bieten beispielsweise Dachterrassen oder geschützte Innenhöfe mit unmittelbaren Wasserbezügen. Das Gebäude der Katharinenschule in der HafenCity dient dem gesamten Stadtteil als sozialer Knotenpunkt, da die Klassenräume und die Sporthalle nach Schulschluss beispielsweise von Vereinen genutzt werden können.

Die HafenCity hat viele Bewohner auch schon zu eigenem Engagement inspiriert: Sie haben einen Sport- und einen Kunstverein gegründet, mit Unterstützung der HafenCity Hamburg GmbH ein Spielhaus realisiert, zudem Trödelmärkte und Nachbarschaftstreffs organisiert und, als neueste Errungenschaft, den Netzwerk HafenCity e.V. ins Leben gerufen. Parallel zu der neuen oft pulsierenden Urbanität existiert somit gleichzeitig ein privateres nachbarschaftliches Zusammenleben.