Stadträume

Der Lohsepark: Der größte Park in der HafenCity

Der Lohsepark ist mit rund 4 ha größte zusammenhängende Grünfläche der HafenCity. Wie ein grünes Band zieht sich der Park in der HafenCity von Wasser zu Wasser

Illustration des Lohseparks vom Süden aus.

Eine Freitreppe bildet den südlichen Abschluss des Lohseparks (© Michael Korol) Bilderserie starten

Seit Juli 2016 ist der Lohsepark vollständig fertiggestellt. Im Rahmen eines großen Sommerfests feierten insgesamt rund 20.000 Besucher mit dem Ersten Bürgermeister Hamburgs die Eröffnung der Grünfläche. Das von Vogt Landschaftsarchitekten AG (Zürich) entwickelte Freiraumkonzept basiert auf dem städtebaulichen Masterplan und steht in der Tradition der Hamburger Volksparks. Mit 4,4 ha Gesamtfläche ist der Lohsepark die größte Zusammenhängende Grünanlage der HafenCity mit weitreichenden stadträumlichen, sozialen und ökologischen Funktionen. Geprägt durch eine freie Sichtachse von der Ericusspitze bis zum Baakenhafen, erstreckt sich der 550 m lange und 100 m breite Park wie ein langes grünes Band von Wasser zu Wasser. Großzügige, von einem lockeren Wegenetz durchzogene Rasenflächen mit Sitzgruppen und Spielmöglichkeiten, eingefasst von über 500 Bäumen, laden zum Verweilen ein. Das im südlichen Teil geplante Spiel- und Gemeinschaftshaus erhält ein Café und öffentliche, behindertengerechte Toiletten. Lange Parkbänke und mobile Sitzmöbel schaffen Ruhe und Aufenthaltsmöglichkeiten. An den Längsseiten schließen Bastionen genannte Terrassen den Park zur Straße auf und verbinden die Grünfläche barrierefrei mit den umgebenden städtischen Quartieren und vermitteln gleichzeitig zwischen bebauten Strukturen und Freiraum.

Mit dem „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ umfasst der Lohsepark auch ein in vieler Hinsicht beeindruckendes Mahnmal zur Hamburger Deportationsgeschichte. Mit der sogenannten Fuge, einer vom ehemaligen Bahnhofsvorplatz am heutigen Lohseplatz quer durch den Park bis zum historischen Bahnsteigrelikt führenden Nachzeichnung des seinerzeitigen Gleisverlaufs, ist seit Juli 2016 ein erstes Element begehbar. Am 10. Mai 2017 wurde der zentrale historische Gedenkort am unter Denkmalschutz stehenden Relikt des Bahnsteigs unmittelbar östlich des Parks eröffnet. An der Einweihungszeremonie des Ersten Bürgermeisters der Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, nahmen u. a. der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, das European Roma and Travellers Forum sowie mit Dr. Lucille Eichengreen auch eine 1941 von hier deportierte Überlebende teil. Namenstafeln erinnern seitdem an die mehr als 8.000 von hier aus deportierten Juden, Sinti und Roma. 

Unmittelbar westlich an den Lohsepark angrenzend entsteht in direkter visueller Beziehung zum historischen Gedenkort im Erdgeschoss eines neuen Bürogebäudes ein zum denk.mal Hannoverscher Bahnhof gehörendes Dokumentationszentrum. Die dortige Ausstellung soll auf der temporären Dokumentation „In den Tod geschickt“ basieren, die in Teilen seit September 2013 im InfoPavillon Hannoverscher Bahnhof am Lohseplatz zu sehen ist. Für die neuen, endgültigen Räumlichkeiten wird sie überarbeitet und erweitert, Betreiber ist die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Die Entwürfe für das Gebäude stammen von Wandel Lorch Architekten (Frankfurt/Saarbrücken). Vorgesehen ist ein siebengeschossiger Neubau mit ca. 6.600 m2 BGF inklusive der Ausstellungs- und Veranstaltungsräume.