Nachhaltigkeit

Ausgezeichnete Hochbauten – das Umweltzeichen HafenCity

Außergewöhnliche und besondere Leistungen beim Bau nachhaltiger Hochbauten werden im neuen Stadtteil seit 2007 mit dem Umweltzeichen HafenCity zertifiziert. Bereits zwei Jahre vor der Etablierung einer vergleichbaren Auszeichnung mit deutschlandweiter Gültigkeit hat die HafenCity so eine Vorreiterrolle übernommen

Das Foto zeigt die Verleihung der Vorzertifizierungs-Urkunde des HafenCity Umweltzeichens

Als erster privater Bauherr erhielt die Robert Vogel KG eine Vorzertifizierung nach dem Umweltzeichen HafenCity in Gold für das zurzeit entstehende SPIEGEL-Medienhaus (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Ein Bündel ehrgeiziger Maßnahmen stellt die beispielhafte Nachhaltigkeit der HafenCity sicher; immerhin entsteht mit ihr ein Stadtteil, der im gesamten 21. Jahrhundert – und sogar weit darüber hinaus – Bestand haben soll. Das Umweltzeichen HafenCity zählt daher zu den wichtigsten Steuerungsinstrumenten bei der Stadtteilentwicklung und soll private und öffentliche Bauherren und Investoren zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen motivieren.

Mit fünf Kategorien bewertet das Umweltzeichen HafenCity die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit eines Projekts. Zunächst muss der im Gebäudebetrieb entstehende Primärenergiebedarf weit über die staatlichen Vorgaben für Neubauten hinaus abgesenkt werden. In der zweiten Kategorie punkten dann Bauvorhaben, die nachhaltig mit öffentlichen Gütern umgehen, also zum Beispiel fortschrittliche Sanitäranlagen einsetzen und somit Wasser sparen. Gewürdigt werden hier auch Erd- oder Sockelgeschosse, die der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, beispielsweise durch publikumsbezogene Konzepte oder andere Formen öffentlicher Nutzbarkeit.
 
Der Einsatz umweltschonender Baustoffe ist Gegenstand der dritten Kategorie. Um den diesbezüglichen Kriterien gerecht zu werden, müssen Gebäude ohne halogenhaltige Baustoffe, flüchtige Lösungsmittel oder Biozide gebaut werden und Tropenhölzer müssen aus zertifiziert nachhaltigem Anbau stammen. Auch die besondere Berücksichtigung von Gesundheit und Behaglichkeit ist ein zentraler Aspekt der Zertifizierung. Ausschlaggebend in dieser vierten Kategorie sind Parameter wie Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und -hygiene. Ein nachhaltiger Betrieb des Gebäudes ist Gegenstand der fünften Kategorie: Hier zählen ein geringer Wartungsaufwand und der Einsatz von langlebigen Materialien.

Für eine Auszeichnung mit dem Umweltzeichen HafenCity in Gold (außergewöhnliche Nachhaltigkeit) oder in Silber (besondere Nachhaltigkeit) müssen die jeweiligen Kriterien in drei der fünf Kategorien erfüllt werden. Zwingend ist dabei, stets den Anforderungen bezüglich eines abgesenkten Primärenergiebedarfs nachzukommen. Bereits rund 200.000 qm BGF wurden inzwischen nach dem Umweltzeichen HafenCity vorzertifiziert oder für die Zertifizierung ausgeschrieben beziehungsweise anhand gegeben (Stand: Sommer 2009).

Vor allem die in der HafenCity gegebene Möglichkeit einer Vorzertifizierung ist entscheidend und kann bereits in einer frühen Realisierungssphase und sogar vor Baubeginn verliehen werden. Grundlage sind die vom Bauherren zu erbringenden technischen Planungsunterlagen, die dann von einem unabhängigen Prüfbüro bewertet werden. Eine Vorzertifzierung lässt sich somit von Projektentwicklern und Investoren bereits während der Vermarktung nutzen; bei nicht nutzergebundenen Gebäuden stellt dies einen großen Vorteil dar. Das endgültige Zertifikat wird allerdings erst dann verliehen, wenn das Bauvorhaben fertiggestellt ist und sämtliche Nachhaltigkeitsstandards nachweisbar umgesetzt worden sind.

Zu den bereits vorzertifizierten Gebäuden gehören das neue Verlagshaus der SPIEGEL-Gruppe, das Gebäude der HafenCity Universität, das Commercial Center am Sandtorpark sowie ein weiterer Neubau im Elbtorquartier, in den unter anderem die Zentrale von Greenpeace Deutschland sowie das Designzentrum designport hamburg einziehen werden. Bereits fertiggestellt und vorzertifiziert sind die neue Primarschule und die Unilever-Zentrale.

Weitere Bauwerke werden schnell folgen, denn immer öfter wird schon bei der Ausschreibung neuer Flächen zur Auflage gemacht, dass entstehende Bauwerke den strengen Kriterien des Umweltzeichens gerecht werden müssen. Für die zentrale und östliche HafenCity soll allein mit dem Gold-Standard ein Zertifizierungsstand von mindestens 30 % erreicht werden. Schon in einem sehr frühen Stadium hat die HafenCity beim Thema Umweltzertifizierung also eine Vorreiterrolle übernommen: Eine vergleichbare Auszeichnung mit deutschlandweiter Gültigkeit etablierte erst Anfang 2009 die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) , deren Gründungsmitglied unter anderem auch die HafenCity Hamburg GmbH ist. Zertifiziert werden können Wohn- und Verwaltungsbauten, zukünftig auch Hotel-, Einzelhandels- und mischgenutzte Immobilien, sodass alle wesentlichen Gebäude einer inneren Stadt ab 2010 zertifiziert werden können.