Fragen und Antworten zur HafenCity

Wie kann ich eine Wohnung in der HafenCity mieten oder kaufen? Wie grün wird der Stadtteil? Und welche Aufgaben nimmt eigentlich die HafenCity Hamburg GmbH wahr? Antworten auf häufig gestellte Fragen

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Warum heißt es HafenCity?

Der Begriff HafenCity wurde schon in den 1980er und 1990er Jahren für die städtebaulichen Planungen im Grenzbereich zwischen Hafen und Innenstadt verwandt. Das Hamburger Abendblatt berichtete im Juni 1989 erstmals über eine „City im Hafen“. In der Stadtentwicklungsbehörde sowie in der Politik löste „HafenCity“ den sperrigen Arbeitsbegriff „innerstädtisches Hafenrandgebiet“ ab, der sich allerdings nur auf ein Teilgebiet bezog. 1997 gaben Senat und Bürgerschaft das gesamte Hafengebiet zwischen Grasbrook und Baakenhafen zur Umwandlung frei. Die städtische Realisierungsgesellschaft GHS, die spätere HafenCity Hamburg GmbH, stellte daraufhin den Namen im Rahmen eines Marketing-Wettbewerbs noch einmal zur Diskussion. Letztlich entschied sie sich aber dafür, ihn - in zeitgemäßer Schreibweise - beizubehalten.  Diese Entscheidung erscheint heute sinnvoll: Obwohl der Begriff „HafenCity“ gleich zwei ambivalente namensgebende Traditionen vereint, ist er inzwischen zu einer Marke geworden, die positiv für Urbanität und ein neues Leitbild der Stadtentwicklung steht.

„Hafen“-City steht für die Kontinuität des Hafens, den Hamburg freilich lange Zeit nur als Logistik- und Produktionsort verstand. Große Hafenstrukturen, Hafenbecken, Kaimauern und Brücken, die benachbarte Speicherstadt und einige wenige große Gebäude gehören zum städtebaulichen Erbe dieser Zeit. Der „harte“ Hafen der Produktion und des Güterumschlags wurde mit der HafenCity zum „weichen“ Hafen: Ein Ort des Besuchs und der Kontemplation, aber auch ein zentraler Verwaltungssitz für Logistikunternehmen, Reedereien, große Zertifizierungs- und Beratungsunternehmen für maritime Technologien. „Hafen“-City beruft sich somit nicht nur auf die Herkunft aus dem modernen industriellen Hafen des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern steht auch für den Übergang in eine neue maritime Freizeitkultur und eine postindustrielle Unternehmensstruktur der maritim geprägten Metropole Hamburg.

Hafen-„City“ knüpft andererseits an Benennungen wie City Nord und City Süd an. Diese weitgehend monofunktionalen Hamburger Bürostandorte verdanken sich der städtebaulichen Funktionstrennung des 20. Jahrhunderts. Sie dienten überwiegend großen Unternehmen als Ausweichstandorte für die City. Unternehmen mit Büroarbeitsplätzen, teilweise sehr große, sind auch in der HafenCity präsent. Es finden sich aber auch viele andere Einrichtungen, die einen hohen Bedeutungsüberschuss für Hamburg als Metropole produzieren: Große Kultureinrichtungen wie die Museen und die künftige Elbphilharmonie, touristische Einrichtungen wie das Kreuzfahrtterminal, Hochschulen und ein großes Freizeitangebot im öffentlichen Raum – keinesfalls zu vergessen das breite Wohnangebot. „City“ erhält damit in der Hamburger Stadtentwicklungstradition durch die HafenCity eine ganz neue Bedeutung; die Urbanistin Ilse Helbrecht (Berlin) hat diesen Typus „New Downtown“ genannt.

Die HafenCity ist ihrer Ursprungsvorstellung entwachsen und hat sich von ihrer namensgebenden Vorgeschichte emanzipiert. Im deutschsprachigen Kontext werden Waterfront-Entwicklungen – zumindest informell – oft nach ihr benannt: Von der „HafenCity Stade“ bis zu „Hafen-City Duisburg“ ist zu lesen. Die HafenCity hat sich zu einer eigenen Marke entwickelt, ein Brand-Produkt, das für andere als Namens-und Bildgeber wirkt.