Quartiere

Wohnen, Freizeit und Arbeiten in doppelter Wasserlage

Stadt für alle: Das größte Hafenbecken der HafenCity bietet eine dichte (soziale) Mischung aus Wohn- und Freizeitnutzung, grünen Freiräumen und Arbeitsplätzen

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In den kommenden Jahren entsteht rund um den Baakenhafen ein nachhaltiges „urbanes Dorf“ inmitten der Großstadt. Auf beiden Seiten des längsten Hafenbeckens der HafenCity entwickelt sich ein grünes, sozial gemischtes Wohn- und Freizeitquartier mit einem differenzierten, intensiv öffentlich geförderten Wohnangebot (derzeit 39 Prozent) für Familien, Studenten und Senioren, das unterschiedliche soziale Träger in die Entwicklung der Wohnkonzepte einbindet – aber auch mit vielen Arbeitsplätzen. Topografisches Zentrum wird der Baakenpark, eine 1,6 ha große, künstlich angelegte Halbinsel, die weitreichende Funktionen erfüllt: einerseits als Grünfläche, Erholungsgebiet und als optisch-ästhetischer Blickfang, andererseits als Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Quartiersteil. Voraussichtlich 2021 wird das gesamte Quartier bis auf Einzelvorhaben im Nordosten fertiggestellt sein. 

Den städtebaulichen Wettbewerb für das Quartier hatte im August 2011 das Büro APB Architekten (Hamburg) für sich entschieden. Der Entwurf überzeugt insbesondere mit einer moderaten Höhenstaffelung der Gebäude. Durchweg entstehen sieben Geschosse mit an der Südseite mitunter auch halb offenen Blockstrukturen sowie einige kleinere offene Varianten. Zur Elbe öffnen sich großzügige Höfe und bilden dort eine prägnante Stadtkante.

Die rhythmisierte Blockbebauung der nördlich, zwischen Hafenbecken und Versmannstraße gelegenen Grundstücke gewährleistet einen deutlichen Schutz vor den Lärmauswirkungen der Straße und der Bahntrasse: U-förmig öffnen sich die Gebäude zum Baakenhafen und bilden damit gleichzeitig einen Riegel zur Straße. Dadurch werden die wasserseitigen Höfe und die Wohnungen effektiv vor Lärm geschützt und alle zukünftigen Bewohner profitieren von der Wasserseite. 

Grüne Halbinsel im Hafenbecken

Im April 2012 entschied das Atelier Loidl (Berlin) den international ausgelobten Freiraumwettbewerb zum Quartier Baakenhafen für sich. Der Siegerentwurf verbindet die abwechslungsreich geplanten Freizeitnutzungen geschickt mit der besonderen Hafenatmosphäre des Baakenhafens. Herzstück ist die 1,6 ha große Halbinsel Baakenpark, die ab Frühjahr 2018 mit Spielplatz, Spiel- und Gemeinschaftshaus, Bäumen und Wiesen sowie dem imposanten „Himmelsberg“ zur aktiven Freizeitgestaltung und zum Erholen einlädt. Eine Fußgängerbrücke nach Norden nach Entwurf der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) sowie Knippers Helbig Advanced Engineering (Stuttgart) wird Mitte 2017 eingehängt und sorgt für eine weitere räumliche Integration zwischen den beiden Landlagen. 

Erster Baubeginn

Einen wichtigen ersten Schritt in der Quartiers-entwicklung markierte die Eröffnung der vielfach prämierten Baakenhafenbrücke im August 2013. Die 170 m lange Querung ist weit mehr als eine Quartiersbrücke. Sie sichert die Erschließung der östlichen HafenCity und zeitweilig – während des Neubaus der Versmannstraße und der Verlängerung der U4 – die Verkehrsführung von und nach Hamburgs Süden. Das Mittelstück der Brücke ist mittels Tidekraft aushebbar. 

Der erste Spatenstich eines Hochbauprojekts (81a/b) fand im Frühsommer 2015 statt. Bis Mai 2018 baut DS-Bauconcept ein Familienhotel für die Jufa-Gruppe mit 575 Betten und gezielten Angeboten für Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig verantwortet die Justus Grosse Projektentwicklung GmbH den Bau von rund 150 öffentlich geförderten und frei finanzierten Wohnungen. Die Planungen stammen von KBNK Architekten und PFP Architekten (beide Hamburg). Im Mai 2016 ging der benachbarte Campustower in Bau (80). Hier entstehen in einem 15-geschossigen Turm Bürokonzepte mit gedeckelten Mieten für Start-ups und Gründer, Flächen der gegenüberliegenden HCU sowie der Hauptsitz des für das gesamte Projekt verantwortlichen Unternehmens GARBE. Hinzu kommen geförderte Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen in einem ruhig am Wasser gelegenen Wohngebäude mit Ausrichtung auf den Baakenhafen. Die Entwürfe für die Büroflächen der insgesamt rund 22.000 m2 BGF stammen von Delugan Meissl Associated Architects (Wien). Die Wohnflächen haben sop architekten (Düsseldorf) geplant.

Für den östlich am Gerda-Gmelin-Platz gelegenen Sports-Dome (83a) wurde im Juni 2016 der Architekturwettbewerb entschieden. Das Projekt der PB Sports-Dome Management GmbH ist eine vielfältige und gleichzeitig energieeffiziente Indoor-Freizeitanlage für über 25 Trendsportarten. Der Entwurf von Hascher Jehle Architektur umfasst auf insgesamt sieben Ebenen und rund 12.000 m2 BGF u. a. einen 25 m hohen Tauchturm sowie eine ebenso hohe Bodyflying-Anlage, die den freien Fall eines Fallschirmspringers simuliert. Auch der HSV will die Anlage nutzen. Die Eröffnung ist für Mitte 2019 geplant.

Urbanes Dorf

Auf dem südlichen Quartiersteil entsteht rund um den zentralen Lola-Rogge-Platz ein „urbaner Dorfkern“, der den Bewohnern der östlichen HafenCity einen attraktiven Marktplatz sowie Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten bietet. In den Erdgeschossen werden ein Frischemarkt, kleine Läden und Gastronomie eröffnen. Direkt nebenan (Baufeld 94a–c) entsteht bis 2019/20 ein Bildungs- und Familienzentrum mit einer vierzügigen Grundschule und einer Kita für 200 Kinder. Eine öffentliche Tiefgarage unter dem Lola-Rogge-Platz stärkt das Nahversorgungszentrum und berücksichtigt die Bring- und Holverkehre rund um den Bildungskomplex. Viele der umliegenden Bauvorhaben beginnen Mitte bis Ende 2017 mit den Bauarbeiten. Auf den Grundstücken 91, 92a/b und 93 realisieren die GWG AG (Stuttgart) und die Richard Ditting GmbH & Co. KG nach Entwürfen von Lorenzen (Hamburg), Max Dudler (Berlin), KPW (Hamburg), Meck (München), Schenk + Waiblinger (Hamburg) sowie 6a (London) insgesamt 436 Wohnungen mit Elb- und Baakenhafenblick. Die Projekte umfassen u. a. Mehr-Generationen-Wohnen für Familien, Studierende, Senioren sowie Menschen mit Behinderung. Auf den Grundstücken 89 und 95 errichten vier Baugenossenschaften (Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer-Genossenschaft, Hamburger Wohnen, Bauverein der Elbgemeinden sowie HANSA Baugenossenschaft), verschiedene soziale Träger sowie vier Baugemeinschaften ein äußerst vielfältiges und sozial gemischtes und gefördertes Wohnungsangebot. Dazu gehören die Familien-Baugemeinschaft „Tor zur Welt“ mit dem ersten großen überwiegend in Holzbauweise entstehenden innerstädtischen Wohngebäuden Hamburgs, die Baugemeinschaft „Arche Nora“, die sich an Frauen unterschiedlicher Generationen wendet, die Mieterbaugemeinschaft „Gemeinsam älter werden“ sowie die Baugemeinschaft „Kammerkombinat“ aus künstlerisch und kulturell aktiven Menschen. Familien- und altersgerechtes Wohnen sind somit in die im Januar 2016 präsentierten Entwürfe der Hamburger Büros Schaltraum, LRW, bof, Huke-Schubert Berge sowie KADEN + LAGER aus Berlin und florian krieger aus Darmstadt ebenso integriert wie Sozial- und Therapieprojekte. Ab Anfang 2018 bauen auf dem Grundstück 90a mit dem Altonaer Spar- und Bauverein eG und der Baugenossenschaft FLUWOG NORDMARK eG zwei weitere Genossenschaften Mietwohnungen, von denen gut die Hälfte öffentlich gefördert wird. 

Weitere Anhandgaben

Anhandnehmer für die Grundstückseinheit 82a/b sind das Unternehmen GARBE und die Baugemeinschaft Halbinsulaner. Neben den Baugemeinschaftswohnungen sollen geförderte Mietwohnungen, frei finanzierte Eigentumswohnungen sowie Flächen für urbane Produktionsbetriebe (Manufakturen) im Erdgeschoss entstehen. Die zur Grundstückseinheit mit dem Sports-Dome gehörende Fläche (83b) wurde indes an die FRANK-Gruppe und die Baugemeinschaft Ankerplatz anhandgegeben. Hier sollen neben dem Wohnraum der Baugemeinschaft frei finanzierte Miet- und Eigentumswohnungen sowie geförderter Wohnraum (u. a. für die Alsterdorf Assistenz) entstehen. Auf dem Grundstück 96a/b kamen die drei Baugemeinschaften GleisOase, Am Leuchtturm sowie Einklang zum Zug, während das Grundstück 97 an das Unternehmen Antares mit der HIH-Gruppe sowie die Baugemeinschaft Heimatmole anhandgegeben wurde. Auch hier sind Baugemeinschaftswohnungen, Eigentumswohnungen und geförderte Wohnungen sowie preisgedämpfter Wohnungsbau vorgesehen. Die SAGA GWG realisiert zudem auf dem Grundstück 99 ein Wohnbauprojekt ausschließlich mit geförderten Mietwohnungen.

Letzte Auslobung

Da im Frühjahr 2017 drei weitere Grundstücke (84a/b, 98 und 100a/b) für fünf Gebäude in attraktiver wasserseitiger Lage zum Baakenhafen mit insgesamt rund 300 Wohneinheiten, Büro- sowie Gewerbenutzungen für über 400 Arbeitsplätze ausgelobt wurden und auch das Grundstück 87 anhand gegeben werden kann, sind im Quartier Baakenhafen alle Wohnbaugrundstücke bis Ende 2017 vergeben.

Häuser im Wasser

Wegweisend für den anspruchsvollen Gesamtcharakter des Quartiers ist die Architektur der sechs im Hafenbecken entstehenden nachhaltigen „Wasserhäuser HafenCity“ (88d/c, 90b/c, 92d/c) nach Entwürfen des japanischen Pritzker-Preisträgers Shigeru Ban sowie von Szysz-kowitz-Kowalski aus Graz. Als moderne Interpretation des Bauens auf dem Wasser fügen sich die filigranen Wohntürme organisch in die maritime Architektursprache am Baakenhafen. Ihre Realisierung ist bis Ende 2021 vorgesehen.

Verkehrlich perfekt angebunden

Verkehrlich wird das Quartier Baakenhafen hervorragend erschlossen sein. Schon 2011 wurde mit dem Bau der Erschließungsstraßen und mit der Sanierung der historischen Kaimauern begonnen. Bis Mitte 2017 wird die zentrale Versmannstraße auf das hochwassergeschützte Niveau von mehr als 8 m ü. NN aufgehöht und für zukünftige Verkehrsanforderungen ausgelegt. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgt jedoch erst später, da die Straße als Vorstaufläche für die großen Baustellen in der westlichen und zentralen HafenCity dient. Zeitgleich zum Straßenbau erfolgt die Verlängerung der U4 von der Haltestelle HafenCity Universität bis zur Haltestelle Elbbrücken. Die Bauarbeiten schreiten zeitgerecht voran, die Inbetriebnahme der Strecke sowie der U-Bahnhaltestelle und der S-Bahnstation an den Elbbrücken erfolgt Dezember 2018. Dann wird die U4 auch die östlichen Quartiere der HafenCity an das Hamburger U-Bahnnetz anbinden und einen Übergang zur S-Bahn bieten. Die Strecke zwischen den Haltestellen Hafen-City Universität und Elbbrücken ist etwa 1,3 Kilometer lang, die Fahrzeit dauert rund zwei Minuten. Bis zur Baakenwerder Straße befindet sich die Bahn unterhalb der dann hochgelegten Versmannstraße und taucht in Richtung der Elbbrücken bis auf Brückenhöhe auf.

Nachhaltige Mobilität

In den östlichen Quartieren entsteht darüber hinaus Europas größtes quartiersbezogenes Innovationsprojekt für Carsharing und Elektromobilität. Zielsetzung ist es nicht nur, die Nutzung privater Pkws deutlich zu reduzieren, jedes einzelne Gebäude sowie die gesamten Quartiere an sich sollen für die Nutzer sozial und ökologisch attraktiv gestaltet werden. Gleichzeitig werden die Baukosten durch den regelmäßigen Wegfall eines ganzen Geschosses deutlich reduziert. Da in diesem Rahmen nur noch 40 Pkw-Stellplätze pro 100 Wohnungen entstehen, werden so alleine schon 30.000 bis 40.000 Euro je entfallendem Parkplatz eingespart. Ein Drittel der Stellplätze wird zudem Teil eines Carsharing-Systems, das bis 2025 ausschließlich aus Elektromobilen bestehen soll. Für viele Bewohner wird ein eigenes Fahrzeug somit überflüssig, da jederzeit Carsharing-Fahrzeuge im eigenen Haus zur Verfügung stehen. Kombiniert mit E-Bikes und Fahrradnutzung verringert das die Kosten der Individualverkehrsmobilität der Haushalte erheblich. Gleichzeitig wird der öffentliche Raum durch nicht notwendige Stellplätze aufgewertet und der CO2-Verbrauch bei gleicher Fahrleistung durch regelmäßige Modernisierung der Fahrzeuge und durch den steigenden Anteil von Elektrofahrzeugen reduziert. Die Ausschreibung und Auswahl des Mobilitätsanbieters erfolgt in 2017.

Quartiersprofil

  • Größe
    24 ha
    Gesamt BGF: 395.000 m²

  • Arbeitsplätze
    Arbeitsplätze: ca. 4.500 (inklusive Baakenhöft)
  • Gewerbliche Nutzungen
    Büro, Freizeiteinrichtungen, Hotel, Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen

  • Wohnungen
    ca. 2.200

  • Besondere Einrichtungen
    1,6 ha großes, künstlich aufgeschüttetes Grünareal für Spiel- und Freizeitangebote im Baakenhafen, Grundschule, Kita

  • Entwicklungszeitraum
    ab 2012 bis 2022 (bis auf Einzelvorhaben im Nordosten)