Quartiere

Grün und großstädtisch zugleich

Mit einem grünen Park in seiner Mitte bietet das neue Quartier Am Sandtorpark / Grasbrook beste Bedingungen für seine Bewohner, die Schüler seiner neuen Primarschule und wachsende Unternehmen

Unterschiedliche Nutzungsformen mischen sich in der HafenCity überall, doch besonders konsequent wird dieses Prinzip im Quartier zwischen Sandtorhafen und Überseequartier umgesetzt. Stadträumlich prägendes Element ist der grüne Sandtorpark; alle Gebäude gruppieren sich um diese künftig mit Hügeln und einer Spielfläche gestaltete Grünfläche. Sie stellt einen Bezug zu den urban gestalteten Magellan-Terrassen dar, gehört zum Freiraumkonzept der westlichen HafenCity und wird – wie die anderen Stadträume des Gebiets – vom Büro EMBT aus Barcelona geplant. Materialien und Bodengestaltung der Magellan-Terrassen setzen sich auf den Freiflächen rund um den Sandtorpark und die Gebäude der Nachbarschaft fort, wodurch eine städtebauliche Klammer für verschiedenartige Nutzungen geschaffen wird.

Am Sandtorpark wächst die HafenCity viel schneller als geplant. Mit der Verlagerung der NKG Kala Hamburg (früher: Kaffee-Lagerei N.H.L. Hinsch & Cons.) wurden hier zentrale Flächen schon 2006 – rund 15 Jahre früher als im Masterplan vorgesehen – für die Bebauung bereitgestellt. Alle Projekte des Quartiers befinden sich inzwischen im Bau; die ersten wurden 2009 von ihren Nutzern bezogen. Im Gebäude der Katharinenschule wurde im Sommer 2009 der Unterrichtsbetrieb aufgenommen. Die künftig dreizügig geplante Primarschule garantiert Ganztagsbetreuung; weitere Betreuungsmöglichkeiten bietet eine Kindertagesstätte mit Hort. Insgesamt können dann 450 Kinder betreut werden – mit flexiblen Konzepten bis in die Abendstunden. Die ins Gebäude integrierte Turnhalle wird nach Schulschluss weitergenutzt, z. B. vom Sportverein Störtebeker SV oder den Betriebssportgruppen von im Stadtteil ansässigen Firmen wie Pantaenius und NYK Line. Neben der Sporthalle entstanden zudem 30 Wohnungen in dem von den Architekten Spengler & Wiescholek entworfenen Bau. Das Projekt wurde im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft von der Otto Wulff Bauunternehmung GmbH realisiert.

Direkt neben der Katharinenschule entwickeln die Bauvorhaben Hofquartier (68 Wohnungen, realisiert von DS-Bauconcept/Wernst) und Hafenliebe (55 Wohnungen, realisiert von Stadt Land Fluss) großzügigen Wohnraum. Vor allem bei der Baugemeinschaft Hafenliebe wird auf familienfreundliche Wohnformen größter Wert gelegt: Unter den künftig 130 Bewohnern ihrer bis Anfang 2011 fertiggestellten vier Häuser sind rund 40 Kinder. Schon früh konnten die Mitglieder der Baugemeinschaft individuelle Bedürfnisse in die Planungen einbringen; im begrünten Innenhof steht allen Hausgemeinschaften ein Gartenanteil zur Verfügung.
Das Quartier Am Sandtorpark wird auch sein internationaler Charakter auszeichnen. Nördlich des Sandtorparks lassen sich im 8.700 qm Bruttogeschossfläche (BGF) großen Hamburg-America-Center vorrangig Firmen nieder, die aus den Vereinigten Staaten stammen oder enge Verbindungen dorthin unterhalten. Der Verein Amerikazentrum Hamburg e. V. sorgt hier in seinen bereits bezogenen Räumlichkeiten für zahlreiche kulturelle Angebote. Im Erdgeschoss des von US-Architekt und Pritzker-Preisträger Richard Meier entworfenen Bauwerks (Entwickler: DS-Bauconcept) hat zudem die HypoVereinsbank eine Filiale eröffnet.

Das Foto zeigt eine Luftaufnahme des Quartiers Am Sandtorpark/Grasbrook

Das neue Quartier entsteht auf dem ehemaligen Gelände der Kaffee-Lagerei. Rund um den Sandtorpark werden Wohn- und Geschäftsgebäude realisiert. Die Grundschule mit Turnhalle, Hort und Kita ist bereits im Sommer 2009 eröffnet worden (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten

Die drei Gebäude der benachbarten International Coffee Plaza – unter ihnen ein 13-stöckiger, markanter Turm – wurden ebenfalls von Richard Meier entworfen. Ihre Realisierung lag bei der Unternehmerfamilie Neumann sowie einem Joint Venture von DS-Bauconcept und der Neumann Gruppe. Neben der Neumann Gruppe, einem der weltweit größten Rohkaffee-Dienstleister, werden sich auf den 16.900 qm BGF des Ensembles weitere Unternehmen aus dem Kaffeesektor niederlassen. Auch die für Einzelhandel und Gastronomie zur Verfügung stehenden Flächen (1.200 qm) sind themenbezogenen Konzepten vorbehalten. Der Bezug erfolgt in der ersten Jahreshälfte 2010.

Zwei weitere Bürogebäude bieten Raum für wachsende Unternehmen: Das Bürogebäude SKAI mit 16.000 qm BGF ist bereits bezugsfertig; es wurde vom Hamburger Büro Böge Lindner Architekten entworfen. Im Erdgeschoss hat das Café „Espression by Lavazza“ eröffnet. Zwischenzeitlich diente der Neubau (Bauherr: DWI Grundbesitz) als Raum für Kunstausstellungen. Für kleinere und mittelständische Unternehmen entsteht südwestlich des Sandtorparks ein Commercial Center mit 14.600 qm BGF (Bauherr: DC Commercial sowie Wölbern Invest AG). Nach dessen Fertigstellung Anfang 2011 wird auch die Wölbern Invest AG das mit dem Umweltzeichen HafenCity in Gold vorzertifizierte Gebäude teilweise selbst nutzen; die übrigen Flächen lassen sich in Einheiten von 200 bis 400 qm einzeln anmieten. Im Erdgeschoss ist ein hochwertiges Angebot aus Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen.

Alle Projekte sollen bis Anfang 2011 realisiert sein. Die Fläche des Sandtorparks selbst wird noch als Baustellenfläche benötigt, weshalb die Grünanlagen erst ab Frühjahr 2011 nutzbar sein werden. Begonnen hatte die Entwicklung des Quartiers genau genommen vor sieben Jahren: Bereits 2003 bezog das Softwareunternehmen SAP seine Geschäftsstelle mit Schulungszentrum. 2006 folgte der Logistikkonzern Kühne + Nagel mit seiner neuen Deutschlandzentrale und seiner internationalen IT-Zentrale. Als HafenCity-Pioniere hatten sich beide Firmen inmitten einer großen Brachfläche niedergelassen und sind jetzt im Herzen eines ebenso quirligen wie urbanen Stadtquartiers angekommen. Gegenüber dem Grasbrookpark im Süden kann ab 2013 das letzte Gebäude des Quartiers entstehen – vermutlich ein Wohngebäude –, nachdem die U-Bahn-Baustelle Ende 2012 geräumt sein wird.